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chen Anna Sophie Detzloff, und nach überſtandenen Gefahren fühlte und dachte ſie wieder wie ein Weib.
Eine unausſprechliche Rührung, ein tiefes Dank⸗ gebet gegen Gott durchſtrömte Anna Sophiens Bruſt. Auf ihren Knieen liegend und die Hand auf die Schul⸗ ter des Freundes geſtützt, blickte ſie zum Himmel em⸗ por und ihre Lippen öffneten ſich von ſelbſt, und ihrer unbewußt gab ſie ihrem Dank Worte, und mit mäch⸗ tigem, vollem Alt ertönte ihre Stimme, mit mäch⸗ biͤenn Ton begann ſie zu ſingen:„Nun danket Alle
ott!“
Fritz Kober richtete ſich auf, und von gleichem Ge⸗ fühl durchdrungen ſtimmte er ein in den frommen Sang, und hier und dort regten ſich die Kameraden, hier und dort ſtimmte einer von ihnen ein in das ſchöne Lied, und immer mächtiger, immer gewaltiger ſchwoll die Melodie empor, wie ein Strom von An⸗ dacht und Dank rauſchte ſie über das Schlachtfeld da⸗ hin und klopfte an Aller Herzen und mahnte Alle zum Dank gegen Gott, und fand überall ein offenes Ohr. Und wie jetzt ſchon von tauſend Lippen die fromme Weiſe tönte, da auf ein Mal fiel die Feldmuſik mit ſchmetternden Jubeltönen ein und ſpielte laut und ſchallend die heilige Melodie.
Der Mond ſtand groß und ſtrahlend über dem Schlachtfeld, auf welchem achttauſend Todte und Ver⸗ wundete lagen. Aber ſelbſt die Verwundeten, welche kurz zuvor noch die Stille mit ihren Wehklagen und ihrem Aechzen unterbrochen, vergaßen einen Augenblick ihrer Schmerzen und richteten ſich auf, um einzuſtim⸗ men in das fromme Lied, das jetzt nicht mehr von hundert und hundert, von tauſend und tauſend Lippen ertönte, ſondern das wie ein ungeheurer, gewaltiger Melodienſtrom über die blutige Ebene dahinrauſchte,


