Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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feierlich, als wolle er die Sterbenden tröſten und die Lebenden mahnen, den dankenden Blick zum Himmel zu erheben!

Und dankend wandten ſich Vieler Herzen empor, dankend für das eigene Leben und das der Freunde, und mehr, wie jemals ſonſt, waren Aller Herzen der Rührung und Andacht geöffnet. 3

Flüſternd und in leiſem Geſpräch lagen die Kame⸗ raden bei einander, denn ſo feierlich däuchte ihnen Allen dieſe Stunde, daß Niemand es wagte ein lautes Wort zu ſprechen. Aber kein Herz war von Dank ſo voll, kein Herz war ſo glücklich, wie das von Karl

inrich Buſchmann, wie das von Fritz Kober. Das Gewühl der Schlacht hatte ſie von einander getrennt, 4 unnd während des Kampfes hatten ſie ſich nicht wie⸗ 6

dergeſehen. Lange ſchon hatten ſie ſich vergeblich ge⸗ 8 ſucht, ſich vergeblich gerufen, und mit erſtarrendem Herzen hatte Jeder ſchon faſt an die entſetzensvolle Möglichkeit geglaubt, daß der Andere gefallen ſei, als ein glücklicher Zufall ſie Beide gegeneinander führte, einer den anderen ſuchend.

Mit lautem Freudenruf hatten ſie ſich begrüßt, und angſtvoll hatte Jeder zuerſt nach dem Wohlergehen des Anderen geforſcht.

Du biſt unverſehrt und geſund, Fritz Kober? hatte Karl Heinrich Buſchmann mit hochklopfendem Herzen gefragt.

Bin unverſehrt. Aber Du, Freund?

Oh, ich bin leicht verwundet, ein kleiner Schmiß über die Hand, das iſt Alles. Wie viel Gefangene haſt Du gemacht?

Sieben, Karl Heinrich!

Wirſt alſo Unterofficier werden.