Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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Wie, Euer Majeſtät? fragte er zweifelnd. Sie nennen mich—

Ich nenne Sie meinen Feldmarſchall, unterbrach ihn der König, und Sie haben dieſe Erhöhung wohl verdient. Sie haben Alles ſo vollzogen und mir ſo bei der Bataille geholfen, wie mir noch niemals Einer geholfen hat.*)

Er reichte dem Fürſten mit einem köſtlichen Lächeln ſeine Hand dar, und wie dieſer ſie feſt und innig in der ſeinen drückte, ſtanden Thränen der Rührung nicht bloß in den Augen des neuen Feldmarſchalls und der Generale, ſondern auch in den Augen des Kö⸗ nigs!——*K

Ein ſchweres, ungeheures Werk war vollbracht, und wie ſchwer es geweſen, davon zeugten dieſe Achttauſend, welche mit verſtümmelten Gliedern, mit blutenden Wun⸗ den, oder mit ſchon erſtarrten und glanzloſen Augen

und gebrochenen Blicken das Schlachtfeld bedeckten; die

grauſige Siegestrophäe des heutigen Tages.

Aber dieſer Tag war jetzt vorüber, in der Ferne verſtummte das Geräuſch und Geſchrei des fliehenden Feindes, den Preußen gehörte der Sieg und das Schlachtfeld. Ermattet und bis zum Tode erſchöpft ſanken die Lebenden und Unverſehrten zwiſchen den Todten und Verwundeten nieder. Das, was man am

meiſten bedurfte, wonach man am meiſten ſich ſehnte,

war eine Stunde der Ruhe, eine Stunde der Er⸗ holung. 4

Ueber dem blutigen Schlachtfeld, über den Ster⸗

benden und Schlafenden, den Aechzenden und Seuf⸗ zenden ſtieg jetzt der Mond hervor, ſo herrlich und

*) Des Königs eigene Worte. Siehe Preuß, Friedrich d. Gr. Th. II. S. 111. 3