Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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Der Sieg gehörte den Preußen. Alle hatten ſie ſich ausgezeichnet, und vom König bis zum gemeinen

Soldaten hatte Jeder ſeine Schuldigkeit gethan.—

Der König durchſchritt mit ſeinem Gefolge, zu welchem jetzt nicht mehr der Lieutenant von Frankenberg mit ſeinen funfzig Mann gehörte, die dampfende, blutrau⸗ chende Wahlſtatt. Sein Antlitz war voll ſtrahlender Freude, ſeine Augen glänzten wie Sterne ſo hell. Er ſchien Jemand zu ſuchen; ſein dankbares, gerührtes Herz wollte vor allen Dingen ſich ſelber genug thun. Der, welcher am Meiſten zum Siege geholfen, das war der General Fürſt Moritz von Deſſau geweſen, der General, dem Friedrich vor der Schlacht bei Collin

mmit dem Degen gedroht und dem er ſeitdem gegrollt hatte, weil der Fürſt und General damals Recht ge⸗

habt mit ſeiner Warnung.— Jetzt war kein Groll mehr in dem Herzen des Königs, und wie er damals vor allen Generalen den Fürſten bedroht und geſchol⸗ ten hatte, ſo wollte er auch jetzt vor allen Generalen ihn belohnen und ihm danken.

Da drüben hielt der Fürſt, General Moritz von Deſſau, Befehle ertheilend und ſo ganz mit dem Dienſt beſchäftigt, daß er den König erſt gewahrte, als dieſer ihm ſchon ganz nahe war.

Ich gratulire Ihnen zur gewonnenen Bataille, ſagte der König mit lauter Stimme. Gratulire, Herr Feld⸗ marſchall!

Der General verneigte ſich ſtumm und zerſtreut, und fuhr fort ſeine Befehle zu ertheilen.

Der König erhob ſeine Stimme noch lauter: Hö⸗ ren Sie nicht, daß ich Ihnen gratulire, Herr Feld⸗ marſchall?

Der Fürſt zuckte zuſammen im freudigen Schreck.

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