Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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oder zu ſterben. Gehen Sie nun in's Lager zu Ihren Regimentern, wandte er ſich zu den Generälen, beſtieg mit freundlichem Kopfnicken das bereit gehaltene Roß und ritt den Gardes du Corps entgegen, welche ſich be⸗ reits zu ordnen begannen.

Guten Morgen, Gardes du Corps, rief der König heiter.

Guten Morgen, Vater, hallte es von Aller Munde wieder, und ein alter Graubart, der dem König zunächſt ſtand, nickte freundlich lachend und wiederholte noch einmal: Guten Morgen, Vater! Heute iſt es ſehr kalt!

Aber es wird warm werden, Burſche, ſagte der König, wir werden heute viel zu thun bekommen. Haltet Euch brav, Kinder, ich werde für Euch ſorgen wie ein Vater.

In dieſem Moment ritt ein alter Garde du Corps mit ſchneeweißem Bart, das Geſicht zerfetzt und ent⸗ ſtellt von breiten, gerötheten Narben, langſam aus der Reihe vor und näherte ſich dem König.

Majeſtät, ſagte er laut und feierlich, wenn wir nun zu Krüppeln geſchoſſen werden, was geſchieht dann?

Wenn Euch das am heutigen Tage geſchieht, er⸗ wiederte der König mit erhobener Stimme, ſo ſollt Ihr vorzüglich verſorgt werden.

Ein Mann, ein Wort, rief der alte Soldat, und indem er dem König ſeine Hand entgegenſtreckte, fragte er: wollen mir Euer Majeſtät die Hand darauf geben, daß Sie für uns ſorgen wollen?

Eine tiefe Stille folgte dieſer Frage. Aller Augen waren mit geſpannter Erwartung auf den König und den alten Gardiſten gerichtet, Jeder hielt den Athem an, um keine Sylbe von der Antwort des Königs zu überhören. 1

Der König ſtreckte ſeine Hand aus und legte ſie in

die des Soldaten. Ich gebe Euch die Hand darauf, Mühlbach, Friedr. d. Gr. ꝛc. III. 12