Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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nen zu bewachen, als es ungefährlich iſt, dem Löwen, welchen man an eine Kette gelegt hat, ſo weit zu nahen, als er, von ſeinen Feſſeln gehemmt, nicht ge⸗ langen kann.

Man hatte Trenck in Feſſeln geſchmiedet, wie ein wildes Thier. Eine Kette klirrte an ſeinem Fuß, ein eiſerner Gürtel umgab ſeinen Leib, und an dieſem hing die Kette, welche an der dicken, beweglichen Ei⸗ ſenſtange, die in die Wand gemauert war, befeſtigt worden. Eine andere Eiſenſtange, an deren beiden Enden ſich Handſchellen befanden, hielt ſeine Hände gefeſſelt.

Man würde ein Thier nicht ſo grauſam gemartert und gefeſſelt, man würde Mitleid gehabt haben mit ſeinen Qualen, und aus Erbarmen mit einem gnädigen Schlag ſeinem Leben ein Ende gemacht haben!— Aber dieſes Geſchöpf, welches da Folterqualen erlitt und ſtöhnend mit ſeinen Ketten klirrte, dieſes Geſchöpf war ein Menſch, und man hatte daher kein Mitleid mit ihm; man würde es für ein Verbrechen gehalten haben, ſeinem Leben heimlich ein Ende zu machen, aber man hielt es für kein Verbrechen, ihn nur lang⸗ ſam, Tag um Tag zu Tode martern.— Der König hatte dem Commandanten Bruckhauſen die Bewachung Trencks zur ſtrengen Pflicht gemacht, er hatte ihm ge⸗ ſagt, daß, wenn es dem Gefangenen gelänge, zu ent⸗ weichen, der Commandant nicht allein ſeiner Stelle und ſeines Ranges entſetzt würde, ſondern auch die leergelaſſene Stelle in Trencks Gefängniß einzunehmen habe. Das war eine zu furchtbare Drohung für den ehrgeizigen und hartherzigen Commandanten Bruck⸗ hauſen, um ihn nicht die ſtrengſten Vorſichtsmaßregeln treffen zu laſſen.— Er war es daher geweſen, der ihn in Ketteu hatte ſchmieden laſſen, er hatte die künſt⸗