Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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Weingarten hatte die, durch Pöllnitz von der Prin⸗ zeſſin erhaltenen zweitauſend Thaler nicht an Rebecka gegeben, ſondern er hatte ſie für ſich zurückbehalten, und dem König von Preußen den Fluchtverſuch Trencks verrathen..

Das war kurz vor Weingartens eigener Flucht ge⸗ ſchehen, und während dieſer die Früchte ſeines Verra⸗ thes in voller Freiheit genoß, mußte Trenck von der Citadelle noch tiefer hinabſteigen in das furchtbare und grauſige Gefängniß, das auf beſonderen Befehl des Königs in den unteren Caſematten eigends für Trenck gebaut und eingerichtet worden.— Denn der König, gereizt durch Trencks nie endende Fluchtverſuche, die ihn für die ganze Garniſon von Magdeburg zu einem intereſſanten und bewunderten Märtyrer machten, der König wollte dieſer Garniſon und allen ſeinen Sol⸗ daten ein abſchreckendes Beiſpiel geben, mit welcher unnachſichtigen Strenge die Verbrechen der Subordi⸗ nation geſtraft würden, und wie alle Liſt und alle Energie vergeblich ſei, um der rächenden Hand der königlichen Gerechtigkeit ſich zu entziehen.— Trenck, der Anfangs in Glatz nur zu einem halben Jahre Feſtungs⸗Arreſt verurtheilt geweſen, hatte durch ſtets erneuerte Fluchtverſuche, durch Gewaltthätigkeiten und wilde Ausbrüche ſeines Zornes es dahin gebracht, daß er zu lebenslänglicher Gefangenſchaft verurtheilt, in einem unterirdiſchen Kerker ſchmachtete, der auf aus⸗ drücklichen Befehl des Königs ſo eingerichtet war, daß es zu ſeiner Bewachung gar keiner Schildwachen und Soldaten, daß es nur eines Gefangenwärters bedurfte, um die vier Thüren dieſes Corridors zu ſchließen, welcher in dieſe grauſige, dumpfe Höhle führte, in welcher Trenck ſchmachtete.— Und es war für den Gefangenwärter ganz ſo ungefährlich, dieſen Gefange⸗