Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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alle Schafe zuſammengetrieben. Der alte Mann erhob ſich, und ſeine Blicke andächtig zum Himmel empor⸗ richtend, und die Hände fromm ineinanderfaltend ſagte er: nehmt jetzt Abſchied, meine Kinder. Ihr werdet lange keinen Sonnenuntergang miteinander erleben! Nehmt alſo Abſchied, und ſchwört Euch hier im An⸗ geſicht Gottes und ſeiner ſchönen Welt, daß Ihr Euch immer treu bleiben, Euch immer lieben wollt!

Karl Heinrich ſah mit einem ſchüchternen, flehenden Blick auf Anna Sophie hin, aber ſie wandte ihr Auge von ihm ab.

Wir haben uns Alles, was wir uns zu ſagen hat⸗ ten, ſchon geſagt, Vater, ſagte ſie ruhig, und ſo wollen wir uns jetzt den Abſchied nicht ohne Noth noch ſchwer machen und uns rühren!.

Oh, mir macht'’s den Abſchied leicht, wenn ich Dir ſchwören kann, daß ich Dir treu bleiben, und Dich ewig lieben werde! rief Karl Heinrich lebhaft. Mögen auch viele Jahre vergehen, ehe wir uns wiederſehen, Anna Sophie, ich werde niemals aufhören, Dich zu lieben und an Dich zu denken!

Das werde auch ich thun, Karl Heinrich, ſagte Anna Sophie feierlich, ich werde jeden Tag und jede Stunde an Dich denken! Dein Name wird immer auf meinen Lippen ſein!

Karl Heinrich erblaßte. Er verſtand das Zwei⸗ deutige dieſes Gelöbniſſes, und es legte ſich wie die kalte Schneide eines Schwertes auf ſein Herz.

Gute Nacht jetzt, Anna Sophie, ſagte der Greis, deſſen Gebet zu Ende war. Morgen Abend, wenn Du von der Arbeit kommſt, erwarte ich Dich hier. Wir werden einander viel zu erzählen und viel zu tröſten haben. Gute Nacht, Anna Sophie!

Gute Nacht, Vater, flüſterte ſie mit von Thränen Mühlbach, Friedr. d. Gr. ꝛc. III. 4

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