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troſtreiche, liebevolle Worte zu. Er meinte ihren Kum⸗ mer zu verſtehen und die Quelle ihrer Thränen zu kennen. Er dachte ſie weine, weil ſie eben die letzte Hoffnung verloren habe, den Bräutigam bei ſich zurück zu behalten und ihn dem gefährlichen Kriegsleben zu entziehen.
Weine nicht mehr, Anna Sophie, ſagte er endlich. Deine Augen werden ganz roth davon, und das wird den Karl Heinrich traurig machen, wenn er es ſieht, und wird ihm den Abſchied erſchweren. Sieh, da kommt er über die Wieſe her, gerade auf uns zu. Weine nicht mehr, mein Kinv.
Anna richtete ſich mit einer zuckenden Bewegung von ſeiner Schulter empor und trocknete haſtig ihre Augen. Ich weine nicht mehr, Vater, ſagte ſie. Und ich bitte Dich von ganzem Herzen, ſag's dem Karl Heinrich nicht, daß ich geweint habe. Sag's nicht, Vater, wenn Du mir einen Leebesdienſt erzeigen willſt. Ich will Dir auch verſprechen, daß ich gar nicht mehr traurig, ſondern von ganzem Herzen ver⸗ gnügt ſein will.
Nun, ich werde ſchweigen, aber halte Wort, und ſei vergnügt, damit wir den armen Jungen nicht trau⸗ rig machen!
Ich werd's thun, Vater!
Und Anna Sophie hielt Wort. Sie nahm eine heitere und vergnügte Miene an und hieß Karl Hein⸗ rich mit munterem Gruß willkommen, und plauderte und ſcherzte mit dem Alten, während Karl Heinrich immer trauriger und ſtiller ward, je näher der Abend kam, und je tiefer die Sonne hinabſank hinter der grünen Hügelkette da drüben am Rhein.
Endlich war's Zeit, die Heerde heimzutreiben, denn
die Sonne war untergegangen und Phylax hatte ſchon 3
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