Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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bleibe doch nicht hier. Ich ziehe doch fort, mein Glück

zu verſuchen. Ich habe bis jetzt mich noch niemals glücklich gefühlt, vielleicht werde ich es im Kriege. Weil ich nichts zu verlieren habe, kann ich noch Alles gewinnen. Nun ſage, willſt Du mich ſtatt Deiner Soldat werden laſſen?

Wenn Du's durchaus verlangſt, will ich es thun, Anna Sophie, ſagte Karl Heinrich traurig. Du ſagſt, Du haſt nichts zu verliern, aber ich, ich habe Dich zu verlieren, und das will ich nicht. Weil Du mir alſo böſe ſein würdeſt, und ich Dich vielleicht ver⸗ löre, wenn ich„Nein“ ſagte, nun, ſo will ich lieber „Ja“ ſagen! 4

Anna Sophie ſtieß einen Freudenſchrei aus, und zum erſten Mal umarmte ſie Karl Heinrich unauf⸗

gefordert und drückte freiwillig einen Kuß auf ſeine Lippen.

Ich danke Dir, Karl Heinrich, ſagte ſie, nun wer⸗ den wir Alle glücklich werden!

Karl Heinrich ſeufzte, es ſchien ihm gar nicht, als ob Anna Sophiens Prophezeiung wahr werden könne. 3

Jetzt aber, fuhr ſie eifrig fort, jetzt laß uns über⸗ legen, was wir zu thun haben!