ihr Herz gelegt hat, daß es nicht voll ausſchlagen kann, und darüber weint das Mädchen und klagt im⸗ mer:„ich kann nur lieb haben, aber ich kann nicht lieben.“— So iſt's vielleicht mit mir auch, aber ich weine nicht darüber, wie das thörichte Mädchen in meiner Poſtille.
War's das, was Du mir ſagen wollteſt? fragte Karl Heinrich faſt ſpöttiſch.
Sie ſah ihn mit einem feſten Blicke an, welcher
ſchnell wieder das ſpöttiſche Lächeln von ſeinen Lippen
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verſcheuchte. Nein, Karl Heinrich, ſagte ſie, es war nicht das, was ich Dir ſagen wollte.
So ſprich das Andere, denn dies that mir weh, Anna Sophie, rief er ungeduldig.
Vielleicht wird's das Andere auch thun, Karl Hein⸗ rich, ſagte ſie traurig. Aber es muß doch heraus, und ich kann's nicht verſchlucken. Höre, Karl Heinrich, vergieb mir, wenn das, was ich ſage, nicht wahr iſt, höre, was ich Dir zu ſagen habe. Ich fürchte, Du gehſt nicht gern in den Krieg, und Dein Herz klopft nicht hoch vor Freude bei dem Gedanken, daß Du bald ein Soldat ſein wirſt.
Nein, gewiß, da haſt Du Recht, ich gehe nicht gern in den Krieg, rief Karl Heinrich lachend. Und wie ſollt' ich auch? Es iſt ein wildes, unordentliches Leben, das Kriegsleben, und mir ſcheint, es iſt gar nicht chriſtlich, daß die Menſchen, von denen doch der Herr Pfarrer ſagt, ſie ſollten ſich untereinander wie Brüder lieben, ſich ſtatt deſſen Arm und Bein abhauen, und aufeinander losgehen ohne Mitleid und Erbarmen, als wäre der Eine der Schlächter und der Andere der arme Ochſe, der ſich nur wehrt, weil er nicht ſein Leben laſſen möchte. Und weil Jeder der Schlächter und


