behrung, Sorgen und Mühen geſtorben war, wollte man ſich freigebig gegen ſeine Tochter zeigen, und ſie vor den Nahrungsſorgen und dem Elend bewahren, an welchem man ihre Aeltern ruhig hatte ſterben laſſen.
Aber Anna Sophie lehnte es ab, von den Wohl⸗ thaten der Gemeinde zu leben; Denen, welche zu ihr kamen, um ihr im Namen der Gemeinde anzuzeigen, daß man ſie durch monatliche Unterſtützung, zu welcher jeder Einzelne der Gemeinde ſeinen Beitrag ſteuere, erhalten wollte, zeigte ſie ihre ſtarken, arbeitsgewandten Hände, ihre vollen, von der Sonne gebräunten, von der harten Arbeit geſtählten Arme, und ſich mit leuch⸗ tenden Augen und einem ſtolzen Lächeln vor dem Dorf⸗ ſchulzen und dem neuen Schulmeiſter aufrichtend, ſagte ſie:„von dieſen allein will ich eine Unterſtützung an⸗ nehmen, und dieſe meine Arme und Hände allein dürfen mir Nahrung und Kleidung geben, ihnen allein will ich dankbar ſein.“
So war denn Anna Sophie ausgegangen, um ſich als Arbeiterin zu verdingen, und der reiche Pachter des Dorfes hatte gern das fleißige und kluge Mäd⸗ chen für reichlichen Lohn in ſein Haus aufnehmen wollen. Aber Anna Sophie erklärte ſtolz, daß ſie wohl arbeiten, aber keine Magd ſein wolle, daß ſie wohl ihre Hände, aber nicht ihre Freiheit verkaufen wolle. Da man für den neuen Schulmeiſter ein neues Schulhaus gebaut und eingerichtet hatte, weil das alte, in welchem der alte Detzloff mit ſeiner Fa⸗ milie gewohnt, ſo baufällig und zerfallen war, daß man täglich ſeinen Einſturz fürchten mußte, ſo hatte Anna Sophie für den Erlös ihrer wenigen Kleinodien und des überflüſſigen Hausgeräthes dieſe Hütte von der Gemeinde für ſich angekauft. Dort lebte ſie ihren


