Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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gung gerächt wird, wenn nur meine Ehre ungefährdet

bleibt! Eilen Sie daher, meine Herren, und verkün⸗

den Sie Ihren Höfen, was hier geſchehen iſt!

Ich werde der Erſte ſein, welcher das thut, ſagte der franzöſiſche Geſandte, Graf Broglio, indem er ſich der Königin näherte. Ich werde dem Könige, meinem erhabenen Herrn, die Worte wiederholen, welche Euer Majeſtät ſo eben geſprochen, ich werde der Dauphine von Frankreich, Euer Majeſtät erhabenen Tochter, die Leiden ſchildern, welche ihre königliche Mutter hier zu dulden hat, und ich weiß, ſie wird Alles anwenden, um Hülfe zu ſenden. Haben Euer Majeſtät die Gnade, mich zu beurlauben. Ich reiſe noch heute nach Paris. 4

Wie rief die Königin, Sie reiſen? Sie verlaſſen meinen Hof in der Stunde des Unglücks?

Oh, Majeſtät, ich würde der Letzte ſein, dies zu thun, aber die Nothwendigkeit zwingt mich dazu. Der König von Preußen hat mich verabſchiedet und mir meine Päſſe geſandt.

Ihre Päſſe geſandt, Sie verabſchiedet! rief die Kö⸗ nigin mit flammenden Augen. Wie, habe ich denn

recht gehört? Sprechen Sie nicht von dem König

von Preußen? Hat er ſich denn zum König von Sachſen gemacht?

Ehe irgend Jemand Zeit hatte dieſe ſchmerzliche Frage der Königin zu beantworten, öffuete ſich eine Thür und herein traten die Conferenz⸗Miniſter des Churfürſten und Königs, hinter ihnen ſah man das angſtvolle, bleiche Geſicht des Grafen von Lenke, des Kammerherrn des Königs von Polen.

Langſam und ſchweigend durchſchritten dieſe Herren das Gemach und näherten ſich der Königin.

Wir kommen, ſagte der Graf von Hoymb, ſich tief