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verneigend, wir kommen um uns von Euer Majeſtät zu verabſchieden! 4 3
Die Königin trat erſtaunt einen Schritt zurück, und blickte die vier Miniſter, welche traurig und mit geſenkten Häuptern vor ihr ſtanden, entſetzt an.
Hat der König, mein Gemahl, Sie gerufen, fragte ſie, und wollen Sie ſich verabſchieden, um zu ihm auf den Königſtein zu gehen?
Nein, Majeſtät, wir kommen uns zu verabſchieden, weil wir ſo eben von dem König von Preußen aus unſeren Aemtern entlaſſen worden ſind.*)
Die Königin erwiederte nichts. Sie zuckte nur leiſe in ſich zuſammen und ließ ihre wirren Blicke auf den Geſichtern der Verſammelten umherſchweifen. Jetzt hafteten ſie auf dem bleichen Antlitz des könig⸗ lichen Kammerherrn.
Nun? fragte ſie, und Sie? Bringen Sie mir eine Botſchaft von meinem Gemahl? Kommen Sie vom Königſtein?
Ja, Majeſtät, ich komme vom Königſtein, aber es iſt keine gute Botſchaft, welche ich bringe. Der König von Polen und Churfürſt von Sachſen hat mich nach Dresden geſandt, um von dem König von Preußen Päſſe zu erbitten, für den König und den Grafen Brühl. Päſſe zu einer Neiſe nach Warſchau, wohin Se. Majeſtät ſich wegen des zu eröffnenden Reichs⸗ tages begeben muß.
Oh, ächzte die Königin, zu denken, daß mein Ge⸗ mahl der Päſſe bedarf, um in ſein Königreich zu rei⸗ ſen, und daß er dieſe Päſſe von unſerem Feinde er⸗ bitten muß!— Und haben Sie die Befehle meines
*) v. Archenholtz. Geſchichte des fiebenjährigen Krieges. Th. 1. Seite 12.


