Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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Der General von Wylich nahm noch knieend den Schlüſſel an, und küßte ehrfurchtsvoll die Hand, welche ihn darreichte. Dann erhob er ſich und ſagte mit ge⸗ rührter Stimme, ſich tief vor der Königin verneigend: Jetzt habe ich Euer Majeſtät nur noch um dieſe letzte Gunſt anzuflehen, dieſes Zimmer gnädigſt verlaſſen zu wollen, damit ich meine Soldaten rufen kann, um die Papiere fortzuſchaffen.*)

Die Königin erwiederte kein Wort, ſie wandte ſich ab, und ohne den General auch nur weiter eines Blickes zu würdigen, verließ ſie, gefolgt von der Grä⸗ fin Ogilva und dem Pater Guarini, das Zimmer.

Jetzt, ſagte ſie zu ihrer Oberhofmeiſterin, als ſie in den kleinen Empfangsſaal der Königin eintraten, jetzt ſenden Sie ſofort Boten nach allen Geſandten der auswärtigen Mächte, und laſſen Sie dieſelben auffordern zu mir zu kommen!

*) Dieſe Papiere, die Originalſchriften aller jener Briefe und Depeſchen, welche der König durch die Verrätherei des ſächſiſchen Canzelliſten Menzel erhalten, wanderten nach Berlin, und aus ihnen mußte der Miniſter von Hertzberg in acht Tagen jenes be⸗ rühmteMémoire raisonné verfaſſen, das ſodann gedruckt und nicht bloß an allen Höfen, ſondern auch in allen Städten vertheilt wurde, um aller Welt ein Zeugniß abzulegen, daß er dieſen Krieg nicht muthwillig begonnen habe, ſondern von ſeinen intriguiren⸗ den verbündeten Feinden, dazu gedrängt worden ſei.(. reuß. Friedrich der Große. Th. II. S. 11.)