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Euer Majeſtät an, mich vor dieſem Verbrechen zu be⸗ wahren, und Gnade zu üben.
Und zum zweiten Mal beugte der General ſein Knie und wiederholte feierlich: Gnade, Euer Majeſtät, Gnade! 3
Gnade! Gnadel riefen die Oberhofmeiſterin und der Beichtvater, welche in dem Antlitz des Generals geleſen hatten, daß er Alles das thun würde, was er geſagt hatte, und die jetzt neben ihm vor der Königin auf ihre Kniee niederſanken. Euer Majeſtät haben Alles gethan, Ihrer Ehre und Ihrer Würde zu ge⸗ nügen. Jetzt iſt der Moment gekommen, wo Euer Majeſtät Ihre geheiligte Perſon vor einer Beſchimpfung erretten müſſen. Gnade alſo, Gnade mit Ihrer be⸗ droheten Majeſtät..
Nein, nein, murmelte die Königin, ich kann es nicht. Oh, oh, das Sterben wäre ſüß, gegen dieſes demüthigende Unterliegen! 8
Jetzt erhob ſich der Beichtvater der Königin, der Jeſuitenpater Guarini von ſeinen Knieen, und ſeinen Arm gegen die Königin ausſtreckend, rief er mit ge⸗ bieteriſcher Stimme: meine Tochter, kraft meines Amtes als ein Diener der geheiligten Mutterkirche, welcher Sie Gehorſam und Treue ſchuldig ſind, be⸗ fehle ich Ihnen, den Schlüſſel zu jener Thür dieſem Manne hier zu überliefern!
Die Königin ſeufzte tief auf und ſenkte das Haupt auf ihre Bruſt, aus welcher ein dumpfes, krampfhaftes Stöhnen hervordrang. Dann mit einer raſchen Be⸗ wegung zog ſie den Schlüſſel aus ihrem Buſen hervor und machte ihn von der Kette los.
Ich gehorche Ihnen, mein Vater, ſagte ſie. Herr General, hier haben Sie den Schlüſſel. Es ſteht Ihnen frei, das Archiv zu öffnen.


