Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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Sein Antlitz, welches todteubleich war, zeigte einen feſten entſchiedenen Ausdruck. Wenn man in dieſes energiſche kühne Geſicht ſah, fühlte man, daß der Ge⸗ neral ſeinen feſten, unerſchütterlichen Entſchluß gefaßt habe, daß der Cavalier dem gehorſamen Soldaten habe weichen müſſen.

Frau Königin von Polen, Frau Churfürſtin von Sachſen, ſagte er mit ſtarker, feſter Stimme, ich habe die gemeſſenſten Befehle des Königs, ihm die Papiere des Archivs zu bringen. Unten vor dem Schloßportal halten ſchon die Wagen, welche dazu beſtimmt ſind, die Papiere fortzufahren. Ein Detachement Soldaten ſteht neben denſelben. Ich habe nur nöthig, das Fen⸗ ſter zu öffnen, und ihnen einen Wink zu geben, ſo kommen ſie herauf. Im Vorſaal ſtehen die vier Offi⸗ ziere, welche mich hierher begleitet. Ich habe nur nöthig, dieſe Thür zu öffnen, um ſie an meiner Seite zu haben.

Was wollen Sie damit ſagen? fragte die Königin mit minder feſtem Ton, und ihre erhobenen Arme, welche ſie über die Thür gebreitet, ſanken herab.

Ich will damit ſagen, daß ich dieſe Thür um je⸗ den Preis öffnen muß, daß, wenn man mir die Thür nicht öffnet, ich meine Soldaten rufen werde, um ſie zu durchbrechen, wie ſie gelernt haben, die Mauern einer Feſtung zu durchbrechen, daß, wenn die Königin von Polen ihre erhabene Stellung nicht ſo hoch ſchätzt, um ſie vor jedem Angriff zu ſichern, ich ein Ver⸗ brechen an Ihrer Majeſtät begehen, und an die ge⸗ heiligte Perſon einer Fürſtin Hand anlegen muß, um ſie von jener Thür fortzudrängen, bevor meine Sol⸗ daten kommen, ſie einzuſchlagen. Aber bevor ich das thue, beuge ich noch einmal meine Kniee, und flehe