Niemals wird das geſchehen, rief die Königin, ſich ſtolz erhebend, niemals wird dieſe Thür dort ſich Ihnen öffnen, niemals werde ich Ihnen den Eingang zu der⸗ ſelben geſtatten.
Oh, Majeſtät, ſeien ſie barmherzig, flehte der Ge⸗ neral, ich darf nicht von hier fortgehen, ohne des Kö⸗
nigs Befehle erfüllt zu haben. Haben Sie Mitleid
mit meinem Kummer, Majeſtät. Geben Sie mir gnädigſt die Schlüſſel zu jener Thür.
Hören Sie, ſagte die Königin, bleich vor Zorn und mit flammenden Augen, ich werde Ihnen dieſe Schlüſſel nicht geben, und wenn Sie dieſelben mit Ihrem Schwert öffnen wollen, ſo werde ich mit mei⸗ nem Leibe ſie decken. Jetzt, mein Herr, wenn Sie die Königin von Polen morden wollen, ſo öffnen Sie die Thür.
Und ihre ſtolze, impoſante Geſtalt hochaufrichtend, ſtellte die Königin ſich mit ausgebreiteten Armen vor die Thür hin.
Gnade, Gnade, Frau Königin, rief der General. Zwingen Sie mich nicht zu dem Entſetzlichſten, Ma⸗ jeſtät. Wollen Sie mich nicht zum Verbrecher machen an der geheiligten Majeſtät. Ich darf nicht ohne die Papiere des Archivs zu meinem König zurückkehren. Ich flehe daher Euer Majeſtät auf meinen Knieen an, mir dieſe Schlüſſel auszuliefern!
So ſprechend beugte der General ſich auf ſeine Kniee nieder vor der Königin, welche noch immer hoch⸗ aufgerichtet an der Thür des Archiv's lehnte..
Ich werde Ihnen dieſe Schlüſſel nicht geben, ſagte ſie mit einem triumphirenden Lücheln. Ich weiche 6 dieſer Thür, und werde ſie Ihnen nicht
nen! General von Wylich erhob ſich von ſeinen Knieen.


