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nicht abweiſen. Dies Mal war es nicht der Major von Wangenheim, ſondern der General von Wylich, der preußiſche Commandant von Dresden, welchen der König ſandte.
Marie Joſephine empfing ihn in dieſem Zimmer, welches an das Archiv grenzte. Sie ſaß auf dem Divan neben der verhängnißvollen Thür, und hörte mit ſtolzer Gleichgültigkeit dem General zu, welcher die frühere Forderung wiederholte, und im Namen ſeines Königs die Schlüſſel zum Staatsarchiv forderte.
Die Königin wandte ſich an ihre Oberhofmeiſterin. Wie, Frau Gräfin? ſagte ſie, ſind Sie ſo nachläſſig in Ihrem Dienſt? Befahl ich Ihnen nicht, auf dieſe Botſchaft des Königs, welche indeſſen wahrlich keine königliche Botſchaft iſt, zu erwiedern, daß ich dieſe Schlüſſel, welche das Eigenthum des Churfürſten von Sachſen ſind, und die er mir anvertraut hat, in keines anderen Menſchen Hände niederlegen werde, als in die meines Herrn und Gemahls?
Majeſtät, ich hatte die Ehre Ihre Befehle zu er⸗ füllen, ſagte die Gräfin ehrerbietig.
Die Königin wandte ihr ſtolz zurückgeworfenes Haupt zu dem General von Wylich hin. Wie kommt es alsdann, mein Herr, ſagte ſie, daß Sie es wagen, mir noch einmal eine Bitte vorzutragen, auf die ich ſchon abſchläglich und verneinend geantwortet habe?
Oh, Majeſtät wollen mir gnädigſt verzeihen, rief General von Wylich tief bewegt, aber Se. Majeſtät, mein Herr und mein König, hat mir die gemeſſenſten
Befehle ertheilt, mich der Schlüſſel des Archivs zu be⸗
mächtigen, und ihm die Papiere deſſelben zu über⸗
bringen. Ich bin daher in die traurige Nothwendig⸗ keit verſetzt, Euer Majeſtät anzuflehen, dem Willen
meines Königs zu willfahren. 1


