Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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zu ſeinen Beamten zu ernennen, daß alle öffentlichen Aemter und Stellen nur von Ketzern verſehen werden dürfen? Aber die Sündfluth wird hereinbrechen über dieſes ſündige Volk und wird es vernichten.

Die Königin bekreuzte ſich und murmelte leiſe Ge⸗ bete vor ſich hin.

Gräfin Ogilva fuhr fort: Und auchnin dieſem hölli⸗ ſchen Unglauben beſtärkt dieſer ketzeriſche König das ketzeriſche Sachſenvolk. Er, von dem man weiß, daß er aller Religion, ſelbſt ſeiner eigenen ſpottet, er hat geſtern die proteſtantiſche Kirche beſucht, um allem Volk zu zeigen, daß er ein Beſchützer ſeiner Reli⸗ gion ſei.

Wehe, wehe über ihn! wimmerte die Königin.

Mit aufmerkſamem Ohr hat er dem Vortrag ihres ſogenannten Predigers zugehört und hat dann laut ſeinen Beifall mit dieſer Rede geäußert. Weil er aber wohl wußte, daß dieſer Prediger ein Liebling des Ketzervolkes in Dresden iſt, wollte der ſchlaue König ihm noch ein beſonderes Zeichen ſeiner Gnade geben. Wollen Euer Majeſtät wiſſen, was für ein Geſchenk er dieſem Prediger gemacht hat?

Nun, rief Marie Joſephine mit einem höhniſt Lachen, vielleicht eine Bibel mit Randbemerkungen ſeinen verruchten Freunden Voltaire und la Mettr

Nein, Majeſtät. Der König ſandte dem beredten Kanzelredner ein halbes Dutzend Flaſchen Champagner⸗ wein.*)

Er iſt ein gottesläſterlicher Spötter ſelbſt an dem,

was er für heilig erklärt, rief die Königin. Aber die

Strafe wird ihn ereilen, ſie ſchwebt ſchon wie d

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*) v. Archenholtz. Geſchichte des ſiebenjährigen Krieges. Bd. 1. 10.