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gelobt,„lieber alles Unglück über ſich ergehen zu laſſen, als die Partei ihres Feindes zu ergreifen“.*)
Die Königin fühlte ſich alſo von dieſer Seite voll⸗ kommen ſicher, und ſie war deshalb in Dresden aus zweierlei Gründen zurückgeblieben, einmal um den König von Preußen zu bewachen, und dann,— um das Archiv vor jedem Angriff zu ſchützen, dieſes Ar⸗ chiv, welches die koſtbarſten Schätze der ſächſiſchen Diplomatie, die wichtigſten Geheimniſſe ihrer Verbün⸗ deten enthielt. Höher als die im grünen Gewölbe aufbewahrten Juwelen der Krone ſchätzte die Königin von Polen dieſe Papiere des Archivs, und wenn ſie die Aufbewahrung jener den dazu angeſtellten Beam⸗ ten überließ, ſo ſchien ihr Niemand ſicher genug, um dieſe bewachen zu können. Niemand als ſie allein konnte als unbezwinglicher Drache dieſen koſtbaren Schatz ſicher beſchützen, und keinem anderen Menſchen wollte ſie daher dieſes Geſchäft anvertrauen. Das Staatsarchiv ward in drei Zimmern des Schloſſes aufbewahrt, die keinen anderen Ausgang nach außen hatten, als nur dieſen Einen, welcher in eines der Zimmer der Königin führte. Dieſes Zimmer nun wählte die Königin zu ihrem bleibenden Aufenthalts⸗ ort, dort lebte ſie, dort arbeitete und ſchlief ſie, dort ertheilte ſie Audienzen und empfing die Beſuche der Churprinzen und der fremden Geſandten, immer dieſe heilige Pforte bewachend, zu welcher ſie allein einen Schlüſſel beſaß, den ſie an goldener Kette um ihren Hals trug.
Und dennoch zitterte ſie noch immer um dieſen koſt⸗ baren Schatz, und die Freundlichkeit und anſcheinende
*) Charakteriſtik des ſiebenjährigen Krieges. Th. I. S. 52.


