Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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vermindert.*)— Der Graf Brühl wußte daher, wie geſagt am beſten, wie wenig Sachſen geeignet ſei, dem Angriffe des Königs von Preußen kräftigen Wider⸗ ſtand entgegenzuſetzen, und die friedlichen Verſicherun⸗ gen des preußiſchen Geſandten hatten für ihn nichts beruhigendes gehabt.

Nun? fragte der König endlich nach einer langen Pauſe. Nun, Graf, wie werden wir dieſen ſeltſamen Neutralitätsantrag Friedrichs des Zweiten erwiedern?

Aber ehe noch der Graf Zeit hatte zu einer Er⸗ wiederung, rief die Königin: Mit einer Kriegserklä⸗ rung, mein Gemahl! Das allein iſt Ihrer Ehre ge⸗ mäß! Wir ſind beleidigt, und es geziemt Ihnen alſo, Ihrem übermüthigen Gegner den Handſchuh hinzu⸗ werfen. Während er ihn aufhebt, werden unſere Ver⸗ bündeten ſchon an unſerer Seite fein, und mit uns die Beleidigung rächen..

Der König nickte lebhaft. Wir wollen dieſe Be⸗ rathung in meinen Zimmern fortſetzen, ſagte er dann aufſtehend. Dieſer Ort iſt nicht geeignet dazu. Unſer ſchönes Feſt iſt uns auf eine ſehr brutale Art geſtört worden. Laſſen Sie uns aufbrechen, meine Gemahlin. Und Sie, Herr Graf, berufen Sie ſämmtliche Miniſter; in einer Stunde will ich Sie Alle auf dem Schloſſe empfangen!

Dieſe Stunde gehört mir, dachte die Konigin, in⸗ dem ſie ſich erhob, in dieſer Stunde werde ich das ſanfte Herz meines Gemahls zu einem tapfern und kriegeriſchen Entſchluß aufzuſtacheln ſuchen, und er wird meinen Bitten und meinem Zürnen ſich wohl fügen müſſen.

*) v. Archenholtz. Geſchichte des ſiebenjährigen Krieges. Th. I., S. 7. 3 3