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Preußen, mein gnädiger und ſiegreicher Herr, mit ſeinem Heer weiter vorgedrungen, und auch Leipzig, ohne Widerſtand zu finden, ſeingenommen habe.
Wie? rief der König. Er iſt ſchon in Leipzig?
Sire, ich glaube, er war dort, ſagte Graf Malt⸗ zahn lichelnd. Denn es ſcheint, als ob die Preußen unter Anführung ihres Königs von dem Winde die Schnelligkeit und den beflügelten Lauf geliehen hätten. Der König war in Leipzig, als der Courier abging, jetzt wird er ſich ſchon auf dem Wege nach Dresden befinden. Aber, indem der König hofft, hier bald einzutreffen, beauftragt er mich, Euer Majeſtät die Verſicherung zu wiederholen, daß er nur einen Durch⸗ marſch durch Sachſen beabſichtige, und Euer Majeſtät nur erſuchen will, in dieſem Kriege meines Königs mit Oeſterreich die vollkommenſte Neutralität beobach⸗ ten zu wollen.
Ah, Neutralität, rief der König unwillig, Neutra⸗ lität, wenn man ohne Entſchuldigung und ohne Anfrage in mein Land einbricht, und alſo auf eine unerhörte Weiſe den Reichsfrieden zu brechen wagt!— Haben Sie mir ſonſt noch eine Botſchaft zu ſagen, Herr Graf?
Nein, Sire, ich bin zu Ende, und erlaube mir nur noch die unterthänige Frage, ob ich meinem König irgend eine Antwort Euer Majeſtät auf ſein Erſuchen mitzutheilen habe?
So ſagen Sie dem König, Ihrem Herrn, daß ich meine Stimme erheben will, um im deutſchen Reiche Klage zu führen gegen einen ſolchen willkührlichen und ganz unerhörten Bruch des Reichsfriedens, daß ich meine Klage wider den König von Preußen vor den Thron des deutſchen Kaiſers bringen, und fragen werde, mit welchem Recht der König von Preußen es wagen


