Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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der Graf Brühl, deſſen ſchönes, vorher ſo ſtrahlendes Antlitz jetzt von einer tödtlichen Bläſſe bedeckt war. Dieſer ganzen, in ſich geſchloſſenen, tiefjbewegten Gruppe gegenüber ſtand der preußiſche Geſandte, deſſen ſtolze, ruhige Erſcheinung einen wunderbaren Contraſt zu der anderen Gruppe bildete. Sein ruhiger, klarer Blick heftete ſich beobachtend auf jedes dieſer Geſichter, und ſchien auf dem Grunde ihrer Seelen ihre Gedanken leſen zu wollen. Seine hohe impoſante Geſtalt war ſtolz aufgerichtet, und ein Ausdruck edelſter Befriedi⸗ gung ſprach aus ſeinem ſchönen und ausdrucksvollen Angeſicht.

Nachdem er eine Zeit lang geſchwiegen, und ver⸗ geblich eine Erwiederung erwartet hatte, legte er mit einer tiefen Verbeugung das Manifeſt vor dem König auf der Tafel nieder.

Ich habe nun nur noch meinerſeits einige Worte hinzuzufügen, ſagte er dann. Ich bitte Euer Majeſtät mir dazu die Erlaubniß zu gewähren.

Sprechen Sie, ſagte der König lakoniſch.

Se. Majeſtät, mein königlicher Herr, fuhr Graf Maltzahn mit erhöheter Stimme fort, hat mir aufge⸗ tragen, ſeinerſeits Euer Majeſtät die beruhigendſten Verſicherungen zu geben, und Sie zu vergewiſſern, daß ſein Einmarſch in Sachſen durchaus nicht in feindlicher Abſicht geſchehen, ſondern daß er nur das⸗ ſelbe in der Nothwendigkeit ſeines Durchzuges nach Böhmen paſſire.

Jetzt verlor das Antlitz des Königs ſeinen be⸗ häbigen, gutmüthigen Ausdruck, und ſelbſt die Kö⸗ nigin bewahrte nicht ganz ihre ſtolze, gleichgültige Haltung. 3

Wie, rief der König, der König von Preußen will uns die Ehre eines Durchzuges durch unſere Lande