lend und leuchtend, und ein Ausdruck ſtolzer Befriedi⸗ gung ſprach aus ſeinen Zügen.
Während er ſo den Weg zu dem königlichen Zelt dahinſchritt, verſtummte plötzlich das fröhliche Geplau⸗ der an allen Tafeln, ſchwieg das Klappern der Tel⸗ ler, das Klirren der Gläſer; jeder Mund verſtummte, und Aller Blicke richteten ſich ſtaunend auf dieſen kühnen Eindringling, der es wagte, das ſonnenhelle Feſt mit ſeiner dunklen Erſcheinung zu trüben. Das Plätſchern der Waſſerfälle, welches vorher ſo melodiſch geweſen, machte jetzt faſt einen grauſigen, unangeneh⸗ men Eindruck, es klang wie das unheimliche Geflüſter Unglück verkündender Geiſter, die Muſik, welche mit ihren Jubeltönen die Luft erfüllte, hatte jetzt etwas Verletzendes, Ohrenzerreißendes. Jedermann war ſich bewußt, daß ſich da etwas Unerhörtes, Gewaltiges er⸗ eigne, daß hinter dieſem Geſandten des preußiſchen Königs die Weltgeſchichte dahinſchreite zu dem König von Sachſen, um die Worte, welche jetzt gewechſelt werden ſollten, aufzuzeichnen in ihren unvertilgbaren Büchern.
Der Graf von Brühl erhob ſich jetzt und dem preußiſchen Geſandten einige Schritte entgegengehend, begrüßte er ihn mit einigen kalten, ceremoniellen Wor⸗ ten. Aber Graf Maltzahn erwiederte ſie nur mit einer ſtummen Verbeugung, dann ſagte er, laut genug um von den Majeſtäten ſelber vernommen zu werden: Herr Graf, ich erſuche Euer Excellenz, mir kraft mei⸗ ner Eigenſchaft als Geſandter Sr. Majeſtät des Kö⸗ nigs von Preußen, ſofort eine Audienz bei Sr. Ma⸗ jeſtät dem König von Sachſen zu erbitten. Ich habe eine wichtige und unaufſchiebbare Depeſche meines Königs zu verleſen, und muß bitten, daß Se. Ma⸗


