Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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ſtolzes Antlitz gleichfalls zu einem freundlichen Lächeln mildernd, ſtellte ſich an ſeine Seite, und wie beide Majeſtäten jetzt hier und dort an die Verſammelten einige freundliche, gnädige Worte richteten, ſchien es, als ob die Sonne jetzt erſt über allen dieſen ſtolzen, vornehmen, reichen und mächtigen Menſchenkindern auf⸗ gegangen ſei. Auf jedem Antlitz ſtand ein Wiederſchein dieſer ausſtrahlenden Königsſonne, und höher noch als die Brillanten ihrer Kleider glänzten die Augen der Hochbeglückten, welche ein Strahl der königlichen Gunſt getroffen.

Die Erdengötter waren von ihrem Olympos her⸗ niedergeſtiegen, um den entzückten Sterblichen die be⸗ feuernde Gunſt ihrer Gegenwart zu gewähren, und es ſich wohl ſein zu laſſen im Kreiſe der Menſchen!

Und wohl durfte es ſelbſt einem König ſein in dieſem reizenden Garten, unter dieſem zugleich ſo pracht⸗ vollen und ſo zierlichen Zelte, das die Gegenwart der Majeſtäten jetzt für die Höflinge in einen Tempel um⸗ gewandelt hatte. Die Luſt war ſo weich und mild, und trug ſo balſamiſche Düfte von allen Blüthen her, die Cascaden murmelten ſo lieblich, und begleiteten mit ihrem ſanſten Geflüſter die rauſchenden Klänge der Muſik, die hoch oben in der Luft gleich Engels⸗ fittigen zu ſchweben ſchien. Wenn das Königspaar im Kreiſe umher blickte, begegnete es überall nur ſchönen, ſtolzen, glücklichen und befriedigten Geſich⸗ tern, und von dieſen erſten und höchſten Vertretern ſeines Volkes auf ſein ganzes Volk zurückblickend, mochte der König wohl dem ſüßen Wahn ſich hin⸗ geben, ſein ganzes Volk ſei ebenſo glücklich, ebenſo zufrieden, wie die Elite deſſelben, welche ihn hier

5 umgab.

Froh dieſes Gedankens und ganz befriedigt von