Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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ſiſchen Adels, da waren Fürſten und Grafen, Barone und Staroſten, und Alles neigte ſich ſehr tief und an⸗ dächtig vor dem allmächtigen Premierminiſter und ſeiner Gemahlin, andächtiger vielleicht, wie man es vor dem Könige ſelber that. Und jetzt, auf einen Wink des Oberhofmeiſters des Grafen, traten aus dem zweiten Saal die Pagen der Gräfin in ihren weißen ſilbergeſtickten Gewäͤndern herzu, um hinter der Gräfin ſich aufſtellend die Schleppe ihres Kleides zu tragen. Zu ihren beiden Seiten ſchritten die Haus⸗ Offiziere der Gräfin, hinter ihnen her folgte die ganze Reihe der vornehmen Gäſte im feierlichen, ſchweigen⸗ den Zug. So ging man durch den dritten Vorſaal, wo das Heer der Livreebedienten des Grafen, zwei⸗ hundert an der Zahl, in militairiſchen Reihen aufge⸗ ſtellt war, und weiter dann hinaus bis zum großen Hausflur, der heute in einen Tempel der Flora um⸗ gewandelt war.

Eben hielt die königliche Equipage vor dem Ein⸗ gangsthor an. Das gräfliche Paar trat unter die Thür, die königlichen Gäſte zu empfangen, die auf der äußern, nach der Elbe hin belegenenen Terraſſe aufgeſtellten Kanonen verkündeten mit lautem Ge⸗ donner den Bewohnern Dresdens die Ankunft des königlichen Paares beim Grafen Brühl, wie ſie vor⸗ her die Abfahrt vom königlichen Schloß gemeldet hatten. Vom Garten herüber ertönten die Fanfaren und Trompeten.

Der König trat mit einem lächelnden Gruß in die Mitte dieſes blumengeſchmückten Raumes, in welchem ringsumher die glänzende Geſellſchaft ſich aufgeſtellt hatte, und ſich faſt auf die Kniee ſenkte in ehrfurchts⸗ voller Erwiederung des königlichen Grußes.

Die Königin ſtrahlend von Brillanten, und ihr