Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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dem Flecken Böslin ſtehen meine Regimenter. Den Offizier, welcher abgeſetzt wird, weil er nichl wachſam genug geweſen, empfehle ich Ihrer Gnade! Ferdinand.“ Er wird meine Gnade nicht allein, ſondern meine ewige Dankbarkeit haben, flüſterte Prinzeſſin Amalie, indem ſie mit leidenſchaftlicher Innigkeit den lakoniſchen Brief des Herzogs an ihre Lippen drückte. Oh, mein Gott, heute fühle ich, was ich nie für möglich gehal⸗ ten, man kann glücklich ſein, auch ohne das Glück!— Nun, ich werde niemals mehr murren, niemals mehr mich beklagen, wenn das Schickſal dies⸗ mal Gnade übt, wenn es das edle Beſtreben des Her⸗ zogs nicht vereitelt, wenn Trenck gerettet wird. Ich verlange nichts weiter vom Schickſal. Ich verlange nicht einmal ihn wiederzuſehen, wieder Briefe von ihm zu haben. Ich will nur, daß er frei und vielleicht auch glücklich ſei! 3 Und in der Freude ihres Herzens erfüllte ſie nicht bloß das Pöllnitz geleiſtete Verſprechen, dem Boten für jede Stunde Weges einen Louisd'or zu zahlen, ſondern ſie fügte noch für Pöllnitz eine koſtbare Bril⸗ lantnadel hinzu, die der, in ſolchen Dingen ſehr er⸗ fahrene Baron, indem er der Prinzeſſin mit zitternder Stimme ſeinen Dank abſtattete, doch in Gedanken ſo⸗ gleich taxirte, indem er fand, daß ſie wohl funfzig 8 Louisd’or werth ſein mochte.. Der Herr Baron kehrte daher vollkommen befrie⸗ digt mit ſeiner Brillantnadel und ſeiner Börſe voll Louisd'or in ſeine Wohnung zurück, und hieß mit einer gewiſſen feierlichen Würde Jean ihm in ſein Boudoir folgen.. Jean, ſagte er, ich bin mit Dir zuſrieden. Du haſt meine Befehle treu und pünktlich erfüllt. Du biſt ſogar ſchon am ſiebenten Tage wieder hier geweſen,