Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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reiſe, und wenn Du heute in acht Tagen wieder hier biſt, werde ich Dich königlich belohnen.

Das heißt, Euer Gnaden? fragte Jean in höchſter Spannung.

Das heißt, ich werde Dir die Hälfte Deiner Aus⸗ lagen wiedererſtatten, wenn Du in acht Tagen wieder hier biſt. Bleibſt Du einen Tag länger, ſo bekommſt Du nur ein Drittel.

Und wenn ich einen Tag früher komme? fragte Jean ſeufzend.. 9

So gebe ich Dir noch einen Thaler extra zur Be⸗ lohnung, ſagte Pöllnitz mit feierlicher Würde.

Aber Euer Gnaden werden mir doch außerdem wenigſtens noch ein Reiſegeld bewilligen? fragte Jean ſchüchtern.

Elender, unverſchämter Bettler, welcher immer mehr fordert, je mehr man ihm bewilligt, rief Pöllnitz mit edlem Unwillen. Lerne an Deinem Herrn, daß es nichts Gemeineres und Miſerableres giebt, als das Geld, und daß nur derjenige eine wahrhaft noble Ge⸗ ſinnung hat, welcher niemals um des Geldes, fondern nur um der Ehre willen, Anderen Dienſte leiſtet.

Aber Euer Gnaden, da ich die Ehre gehabt habe, alle meine Erſparniſſe für Euer Gnaden auszulegen, habe ich auch nicht einen Groſchen mehr, um damit auf der Reiſe für mich und mein Pferd Lebensmittel anzuſchaffen.„

Was Deine Erſparniſſe anbetrifft, ſagte Pöllnitz, ſo ſind ſie jedenfalls bei mir ſicherer aufgehoben, als bei Dir. Du würdeſt ſie vergeudet haben, während ich ſie Dir zuſammenhalte. Zudem giebt es leider kein anderes Mittel mehr, die Diener treu und anhänglich zu erhalten, als indem ihre Herren ſie durch das ge⸗ meinſte und elendeſte Band, durch den Eigennutz, an

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