Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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Geſchäft gemacht, ſagte Pöllnitz zu ſich ſelber, als er die Prinzeſſin verlaſſen hatte, funfzig Friedrichsd'or habe ich Weingarten verſprochen, bleiben alſo für mich funfzig Friedrichsd'or übrig, ungerechnet die Ducaten, welche mir Prinzeſſin Amalie noch außerdem verſchrie⸗ ben hat, und deren Zahl ich nicht einmal kenne. Zu⸗ dem werde ich kein ſolcher Eſel ſein, meinen Spitz⸗ buben von Diener, welcher mich alle Tage beſtiehlt, die Belohnung wiſſen zu laſſen, welche die Prinzeſſin ihm beſtimmt hat, er iſt mein Sclave, und wenn ich ihn für Andere arbeiten laſſe, ſo iſt das meine Ange⸗ legenheit, und mir gebührt der dafür ausgeſetzte Lohn.

Höre einmal, Jean, ſagte, als er in ſeine Woh⸗ nung zurückgekehrt war, und ſein Kammerdiener, wel⸗ cher indeß zugleich auch ſein Reitknecht, ſein Jokey und ſein Kutſcher war, höre einmal, Jean, weißt Du ganz genau, wieviel Du im Ganzen für mich ausgelegt haſt?

Ganz genau, Herr Baron, erwiederte der Diener

mit einem freundlichen Aufblitzen ſeiner Augen, weil

er glaubte, die Stunde der Bezahlung ſei endlich ge⸗ kommen. Euer Gnaden ſchulden mir drei und funfzig Thaler, vier Groſchen und fünf Pfennige.

Gemeine Seele, welche im Stande iſt, ſolches Ba⸗ gatell bei Heller und Pfennig im Gedächtniß zu be⸗ halten! rief Pöllnitz mit verächtlichem Achſelzucken. Nun höre, ich habe einen dringenden und wichtigen Auftrag für Dich. Du wirſt ſogleich Dein Pferd ſat⸗ teln und dieſen Brief an ſeine Adreſſe bringen, an den Herzog von Würtemberg in Cöslin nämlich. Du wirſt Tag und Nacht reiten und nicht eher ruhen, als bis Du dort biſt und den Brief in die eigenen Hände des Herzogs abgeliefert haſt. Dann erlaube ich Dir einen Raſttag für Dein Pferd und für Dich. Deine Rückreiſe machſt Du eben ſo ſchnell, wie Deine Hin⸗

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