Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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Verhältniſſe in einen ewigen Kerker abführen? Oh, mein Gott, mein Gott, Du haſt dem Vogel ſeine Flü⸗ gel gegeben, und dem Roß ſeinen raſchen Lauf, Du haſt geſagt, daß der Menſch der König der Schöpfung ſein ſoll, Du haſt ihm das Siegel der Freiheit auf die Stirn gedrückt. Es iſt ſein heiligſtes Beſitzthum! Freund, wollen Sie es zugeben, daß man einem edlen Menſchen, welcher nichts mehr hat, als dieſes letzte Beſitzthum, daß man ihm es raube? Oh, Herzog, ſeien Sie für meinen unglücklichen Freund einmal die Gottheit, welche den Menſchen frei macht, und ich will Sie dafür ſegnen und verehren mein ganzes Leben lang! Amalie.“

Wenn er dieſen Schmerzensſchrei meiner Seele nicht hört und nicht verſteht, flüſterte Amalie, indem ſie das Papier zuſammenfaltete und ſiegelte, wenn er den grauſamen Muth hat, mich umſonſt zu ihm flehen zu laſſen, ſo werde ich ihm dereinſt in meiner Sterbe⸗ ſtunde noch fluchen, und ihn anklagen als den Mörder meiner letzten Hoffnung!

Sie rief Pöllnitz wieder zu ſich zurück und über⸗

gab ihm mit einem vielſagenden Blick den Brief. Mein Gedächtniß hat mich wirklich nicht betrogen, ſagte ſie mit einem matten Lächeln zu ihrer Hofdame, welche hinter Pöllnitz eingetreten war, und deren ſchar⸗ fes Auge auf den Brief in des Barons Hand ſich richtete. Ich bin im Stande geweſen, den ganzen Mo⸗ nolog aufzuſchreiben. Bringen Sie alſo dieſes Papier meinem Bruder, Pöllnitz. Ich habe einige freundliche, eertſchuldigende Worte für ihn hinzugefügt, denn ich — 2 kann ſeine Einladung nicht annehmen, und werde der Aufführung des Drama's nicht beiwohnen. Gehen Sie zu meinem Bruder, Herr Ober⸗Kammerherr! 3 Nun, ich denke, ich habe da ein ziemlich lucratives Mühlbach, Friedr. d. Gr. ꝛc. II. 2

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