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dächtniß aufſchreiben. Aber dazu muß ich allein ſein! Ich bitte alſo, Fräulein von Marwitz, gehen Sie mit Pöllnitz in den Salon. Er mag Ihnen dort etwas von der chronique scandaleuse unſeres tugendhaften Hofes erzählen, während ich hier den Monolog auf⸗ ſchreibe. 3 Und nun, ſagte ſie, als ſie allein war, nun, Gott! gieb mir die richtigen Worte ein, um die Seele des Herzogs zu rühren, und ihn für meinen Plan zu ge⸗ winnen! Mit feſter und ſicherer Hand ſchrieb ſie: Weil Sie glücklich ſind, Herzog, werden Sie des Unglücks ſich erbarmen, weil Sie ſeit einigen Tagen an der Seite
Ihrer jungen neuvermählten Gemahlin das reine Glück 1
vereinigter Liebe kennen gelernt, werden Sie die Ver⸗ zweiflung derer ermeſſen können, welche lieben und ſich niemals angehören können. Im Vertrauen darauf er⸗ innere ich Sie an jenen Tag, wo ich Ihnen bei dem König, meinem Bruder, einen Dienſt erweiſen konnte. Damals verſprachen Sie mir, wenn es einſt in Ihrer Macht ſtände, mir zu vergelten, und ich mußte Ihnen verſprechen, wenn ich einſt in irgend einer Sache der Hülfe bedürfe, mich an Sie allein zu wenden. Der Augenblick, dies Verſprechen einzulöſen, iſt gekommen!
Ich bedarf der Hülfe. Nicht für mich! Mir kann
nur Gott helfen und der Tod! Ich bedarf der Hülfe für einen Mann, der mit mir dieſelbe Galeerenkette des Unglücks trägt. Sie kennen ihn, erbarmen Sie ſich ſein. Vielleicht trifft er mit meinem Brief zugleich bei Ihnen ein. Herzog, wollen Sie der Gefangen⸗ wärter eines Unglücklichen ſein, der nur deshalb leiden mußte, weil ich eine Fürſtentochter bin? Freund, ſol⸗ len Ihre Ofſtziere die Büttel ſein, welche das Schlacht⸗
opfer unſeliger und von mir Tag und Nacht beweinter


