Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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wird Ihnen für dies Papier das Geld des Herrn von Weingarten und die verſprochenen Ducaten für Sie auszahlen. Ich danke Ihnen, daß Sie ſich Ihre Dienſte bezahlen laſſen, denn das überhebt mich der Laſt der Dankbarkeit. Dienen Sie mir auch ferner treu und Sie ſollen meine Hand immer offen und meine Börſe immer gefüllt finden. Und jetzt laſſen Sie mir Zeit, an den Herzog zu ſchreiben und ihm—

Prinzeſſin, ich höre das Hoffräulein kommen,

flüſterte Pöllnitz.

Amalie entfernte ſich eilfertig von dem Schreib⸗ tiſch und ſchritt auf die Thür zu, durch welche Fräu⸗ lein von Marwitz eintreten mußte.

Ah, endlich kommen Sie, ſagte ſie, als das Hof⸗ fräulein jetzt die Thür öffnete. Ich war ſchon im Be⸗ griff ſelbſt zu gehen, weil ich fürchtete, Sie könnten die Papiere nicht finden. 6

Es iſt mir allerdings ſchwer geworden, ſie aus der Maſſe anderer Bücher und Papiere herauszufinden, ſagte Fräulein von Marwitz, deren argwöhniſche Blicke im Zimmer umherflogen. Indeſſen iſt es mir endlich

dooch gelungen. Hier ſind die Papiere, Königliche Hoheit.

Die Prinzeſſin nahm ſie und blätterte darin ſuchend umher. Ah, ich dachte es mir, ſagte ſie dann. Es fehlt da ein Monolog, welchen Voltaire für mich ge⸗ ſchrieben. Ich gab das Manuſcript an den König, und habe es noch nicht wieder erhalten. Aber ich denke, mein Gedächtniß iſt das Einzige, was an mir geſund geblieben iſt und ſeine Kraft nicht verloren hat; vielleicht iſt dies das einzige Unglück, an welchem ich kranke, daß ich nicht vergeſſen kann, ſondern ein gutes Gedächtniß habe. Nun, ich will es heute einmal er⸗

roben, und dieſen ſchönen Monolog aus dem Ge⸗