Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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Sie mich wohl an. Der öſterreichiſche Legationsrath von Weingarten war heute bei mir.

Ah, Weingarten, murmelte die Prinzeſſin, und ihre ganze Geſtalt erbebte. Er hat Ihnen alſo einen Brief für mich gegeben? Schnell, ſchnell, geben Sie ihn mir!

Nein, Königliche Hoheit, er hat mir keinen Brief gegeben, denn es ſcheint, als wenn Derjenige, welcher ſonſt ihm Briefe ſandte, nicht mehr im Stande iſt, das zu thun.

Er iſt todt? rief Amalie entſetzt, indem ſie, wie vom Blitz getroffen, zuſammenſank. 4

Nein, Prinzeſſin, er iſt nicht todt, aber in ßer Gefahr. Es ſcheint, daß Herr von Weingarten in großer Geldnoth iſt, denn für hundert Louisd'or, die ich ihm verſprach, vertraute er mir, daß man Trenck bei dem König verdächtigt und ihm geſagt habe, Trenck beabſichtige einen Mordverſuch auf ihn.

Die elenden Lügner und Verlzumder! rief ud

verachtungsvoll. Der König, wie es ſcheint, hat an dieſe Verläun dung geglaubt, denn er hat an ſeinen Miniſterreſiden⸗ ten in Danzig die Ordre ergehen laſſen, bei dem Senat von Danzig auf die Auslieferung Trench's an⸗ zutragen. Trenck iſt nicht in Danzig, ſondern in Wien. 4 Trenck iſt in Danzig, oder vielmehr war in Danzig.* Und jetzt? 8 Jetzt, ſagte Pöllnitz feierlich, jetzt iſt er auf dem Transport nach Königsberg, und von da wird er wei⸗ ter transportirt nach irgend einer anderen Feſtung, uerſt aber nach Berlin. 4 Die unalüicliche Prinzeſſin ſtieß einen Schrei aus,