Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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grauſamen Spott über ſich ſelber. Mir ſcheint, ich würde mich ſehr gut ausnehmen als Aurelie, und meine ſanfte Flötenſtimme würde ſehr viel Eindruck auf das Publikum machen müſſen. Es iſt ſehr grau⸗ ſam von meinem Bruder, mir eine Rolle abfordern zu laſſen, in deren Beſitz ich noch bin. Das heißt mir beweiſen, daß ich alt und häßlich geworden bin.

Nein, Königliche Hoheit, das heißt nur, daß dies⸗ mal dieſe Tragödie von wirklichen Schauſpielern, und nicht wie damals von Liebhabern geſpielt wer⸗ den ſoll.

Sie haben Recht, ſagte Amalie, plötzlich ernſt wer⸗ dend, damals ward ſie von Liebhabern aufgeführt. Das iſt jetzt vorüber, unſere Träume ſind ausge⸗ träumt, wir ſind keine Liebhaber mehr.— Fräulein von Marwitz, haben Sie die Güte, und holen Sie doch dieſe Rolle, welche mein Bruder fordert. Es iſt ein Manuſcript zum Theil von Voltaire's eigener

Hand geſchrieben. Sie finden es in dem Bureau, poelches in meinem Toilettenzimmer ſteht.

nirende Hoffräulein entfernen zu können. Jetzt hö ren

Frräulein von Marwitz entfernte ſich, das Verlangte zu holen, aber indem ſie es that, blickte ſie argwöh⸗ niſch noch einmal auf Pöllnitz zurück und ließ, wie in Zerſtreutheit, die Thür nach dem Nebengemach, wel⸗ ches ſie zu paſſiren hatte, um in das Toilettenzimmer zu gelangen, offen.

Indeß kaum war das Hoffräulein in der zweiten Thür verſchwunden, als Pöllnitz mit jugendlicher Eil⸗ fertigkeit nach der Thür hinſprang und dieſe ſchloß.

Prinzeſſin, ſagte er dann haſtig, dieſer Auftrag des Prinzen war nur ein Vorwand; ich habe dem Kam⸗ merherrn des Prinzen dieſe Beſtellung abgenommen, um ohne Auſſehen zu Ihnen gelangen und das ſpio⸗