über das Grab hinaus ihm zum Weibe gelobt; freilich war kein Prieſter dabei geweſen, aber Gott ſelber war der Prieſter geweſen, der ſie vereinte! Freilich hatten keine menſchlichen Zeugen ihre heiligen Gelübde ver⸗ nommen, aber die Sterne waren zugegen geweſen, ſie hatten mit funkelnden Liebesaugen zu ihr hernieder⸗ geſchaut, und die heiligen Schwüre der Liebe gehört, welche ſie mit Trenck einſt ausgetauſcht.— Sie war alſo ſein, unverlierbar, ewig! Er hatte alſo ein Recht auf ſie, auf ihre Treue, ihre Liebe, ja, auch auf ihre Duldſamkeit und ihr Verzeihen. Wenn er ſich auch von ihr verirren mochte, ſie durſte es nicht thun, ſie mußte immer bereit ſein, ſeinen Ruf zu hören und ihm die Hülfe darzubringen, welche er begehrte.
Dieſe Liebe war ihre Religion, ihre Lebenskraft, ihr Lebenszweck geworden; ſie hatte ſie als einen Talis⸗ man auf ihre zerfallene Bruſt gelegt, um aus ihr Stärkung einzuathmen; ſie würde geſtorben ſein, ohne ſie, und nur um ihr zu dienen lebte ſie und bekämpfte ihre Schmerzen..
Aber es war ein ſchmerzvolles, freudloſes Daſein, eine nie endende Marter, ein unausgeſetzter Kampf. Einſam und ungeliebt ſtand ſie da inmitten ihrer Fa⸗ milie, gefürchtet und gemieden von dieſer leichtfertigen, 1 vergnügungsluſtigen, nach Zerſtreunng und Genuß 4 jagenden Hofgeſellſchaft, die in ihrer trüben Nähe ſich ¹ immer wie von unwillkührlichem Grauen, wie von einem Athemzug des Todes angefröſtelt fühlte; ihrer Umgebung und ihrer Dienerſchaft ein Gegenſtand der Laſt und Mühwaltung, für Niemand ein Gegenſtand der Liebe, der freiwilligen Pflege und Anhänglichkeit. Die einzige, welche ſie treu und wahrhaft geliebt, ihr Hoffräulein Erneſtine von Haak, auch dieſe hatte ſie verlaſſen und war*† ihrem Gatten weithin in di
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