zu bedeuten hat?
Nein, ſagte ſie vornehm, ich weiß es nicht.
Nun, ich will es Ihnen ſagen, und merken Sie wohl auf. Der Magiſtrat kommt hierher, um den König von Preußen zu begrüßen.
Den König von Preußen! ſchrie Frau van der Blaken außer ſich. Wo iſt er.
Da iſt er! rief Deeſen mit einem entzückenden
Grinſen, indem er auf den König deutete. Und ich bin der Kammerhuſar Seiner Majeſtät. Jetzt vor⸗ wärts, Poſtillon, raſch vorwärts. Deer Poſtillon hieb auf die Pferde und der Wagen rollte von dannen, dicht vorbei an dem Herrn Bür⸗ germeiſter und ſeinen Senatoren, welche mit feierlichen Amtsmienen weiter marſchirten, um den König von Preußen im ſchwarzen Raben zu begrüßen, und keine Ahnung davon hatten, daß er eben mit einem ſchaden⸗ frohen Lächeln an ihnen vorüberfuhr.—
Zwei Tage ſpäter ſtand der König mit Balby und ſeinem Kammerhuſaren wieder neben dem preußiſchen Grenzpfahl, wo er beim Beginn der Reiſe in den vom Regen erweichten Lehmboden die Worte: Sire, Ma⸗ jeſtät! mit ſeinem Krückſtock eigezeichnet hatte.
Sieh, ſagte er, auf den Boden deutend, die beiden verhängnißvollen Worte ſind nicht verwiſcht. Die Sonne hat den Boden verhärtet, und ſie ſind ſtehen geblieben. Nun muß ich ſie wieder vom Boden auf⸗ nehmen, und auf meine Schultern laden. Gieb mir Deine Hand, Balby. Der arme Muſikant Friedrich Zollern will von ſeinem Bruder Abſchied nehmen. Aber ich nehme hier nicht bloß von Dir Abſchied, ſondern, wie ich fürchte, auch von meiner Jugend. Dieſe Reiſe iſt mein letzter Jugendſtreich geweſen!


