Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Er ſchritt die Treppe hinunter, mit freundlichem Kopfneigen begrüßte er die Wirthin, und trat mit Balby aus der Hausthür.

Siehſt Du, Freund, wie richtig ich prophezeit hatte? ſagte er, mit dem erhobenen Finger die Straße hinauf deutend. Laß uns einſteigen, es iſt die höchſte Zeit abzureiſen, denn ſieh nur dort, wie die ſchwarzen Naben herangeflogen kommen, weil ſie einen Braten für ihren Schnabel gewittert haben..

Richtig! Von dem Ende der Straße her kam ein feierlicher langer Zug von Menſchen herangeſchwankt. Voran die beiden Bürgermeiſter in den ſchwarzen, mit breiten rothen Aufſchlägen verſehenen Talaren, ge⸗ ſchmückt mit den ſchweren goldenen Amtsketten, und den großen, gepuderten Allongeperücken. Ihnen folg⸗ ten in ähnlichen Aufzügen die Herren Senatoren, denen ein unabſehbarer Zug der reichſten und vornehmſten Vürger der Stadt ſich angeſchloſſen hatte.

Frau van der Blaken war hinausgetreten auf die kleine vor dem Hauſe befindliche Rampe und betrach⸗ tete erſtaunt den ſich nähernden Zug. Indem ſie noch mit ihren Kellnern und Mägden überlegte, was derſelbe zu bedeuten haben möchte, hatten die bei⸗ den Herren Zollern den Kaleſchwagen beſtiegen, und

der Diener ſich neben den Poſtillon auf den Bock

geſetzt.

Darf ich jetzt? fragte Deeſen, ſich zu dem König umwendend.

Jetzt darfſt Du, ſagte der König, aber eile Dich, denn ſonſt wälzt ſich der Zug da heran, und die Allon⸗ geperücken ſchnappen Dir Dein Geheimniß fort.

Frau Wirthin, rief Deeſen von ſeinem Sitz her⸗ nieder, Frau Wirthin! Wiſſen Sie, was der Zug da