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Herr Banquier Witte trat ein. Anfangs ſchritt er mit ruhigem Lächeln vorwärts, dann blieb er, wie vom Schreck gelähmt, ſtehen und blickte den König an.
Mein Gott, Se. Majeſtät der König von Preußen, ſtammelte er. Oh, Majeſtät, welche ungeheuere Gnade, laſſen Sie meinem Hauſe wiederfahren, daß Sie es mit Ihrer Gegenwart beehren.
Sie kennen mich alſo? fragte der König lächelnd. Nun denn, ich bitte, daß Sie mein Incognito bewahren und dem Herrn Friedrich Zollern auf dieſen Wechſel hier zehntauſend Thaler auszahlen wollen.
Er ſchritt auf den Banquier zu, um ihm den Wechſel zu überreichen; aber jetzt ſtieß Herr Witte einen Schrei des Entſetzens aus und ſtürzte mit ge⸗ rungenen Händen auf ſeine Kniee nieder.
Er hatte erſt jetzt geſehen, daß der König ohne Schuhe war.. 3
Oh, Majeſtät, Gnade, Gnade, flehte er händerin⸗ gend. Verzeihung für meine unglückliche Frau, die nicht ahnen konnte, welch' ein Verbrechen ſie begangen hat. Aber mein Gott, warum haben Euer Majeſtät ihrer unſeligen Leidenſchaft auch nachgegeben, warum haben Sie es nicht verweigert, die Schuhe auszu⸗ ziehen?
Warum ich das nicht gethan habe? Nun, ma ſoi, weil ich dem König von Preußen eine Demüthigung erſparen wollte, denn ich glaube, die Madame Witte würde mich eher zum Hauſe hinausgeworfen, als mir erlaubt haben, daß ich mit meinen Schuhen dies Putz⸗ zimmer hier beträte.
Nein, Majeſtät, nein, ſie würde—
In dieſem Moment öffnete ſich die Thür und Ma⸗ dame Witte, angelockt von den lauten Jammertönen ihres Mannes, trat ein. 3


