Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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ſehr beſtäubt, und alle Meubles werden blind davon

ſein! Die beiden Herren Zollern erwarteten indeß im

Putzzimmer die Ankunft des Herrn Witte. Der König freute ſich mit fröhlichem Lachen der komiſchen Situa⸗ tion, während Balby ſeufzend auf die unbeſchuheten Füße des Königs blickte und meinte, der König hätte der wunderlichen Laune dieſer Holländerin nicht nach⸗ geben und ſeine Schuhe nicht ausziehen ſollen, denn der Fußboden ſei kalt und der König riskire krank da⸗ von zu werden.

Oh, nicht doch, ſagte Friedrich, man wird nicht ſo leicht krank. Die Menſchennatur in mir kann einen guten Puff vertragen, und wir haben noch von großem Glück zu ſagen, daß wir ſo wohlfeilen Kaufes davon gekommen ſind. Denn ein ſo reicher Banquier, wie Herr Witte, iſt hier ſo viel wie der Papſt in Rom, und es ſcheint mir daher gar nicht viel gefordert, daß wir, um den holländiſchen Papſt zu ſehen, unſere Schuhe ausziehen mußten. Denke doch, was Kaiſer Heinrich der Vierte Alles ausziehen mußte, ehe er den römiſchen Papſt zu ſehen bekam. Nicht bloß ſeine Majeſtät und ſein Kaiſerthum, nicht bloß ſeine Schuhe, ſondern auch ſeine Strümpfe und einige andere Dinge mehr. Im bloßen Hemde und auf bloßen Füßen mußte er den Papſt erwarten. Madame Witte iſt wirklich ſehr gütig, daß ſie nicht ein ſolches Coſtüm

von uus für ihren Papſt von Amſterdam verlangt.

Aber nachher bekam der Kaiſer neben Papſt Gregor dafür auch die ſchöne Mathilde zu ſehen, ſagte Balby lachend, und mir ſcheint, Madame WVitte iſt eine ſchlimme Entſchädigung für unſer Büßercoſtüm. Sie iſt

Die Thür hinter ihnen ward haſtig geöffnet und