Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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gung für unſere Demüthigung verlangen.*) Und jetzt zu unſerem letzten Gange. Jetzt wollen wir Geld eincaſſiren bei Herrn Witte. Nun, ich wette, der weiſ't uns nicht ab, denn mein Wechſel lautet auf zehntau⸗ ſend Thaler, und er wird alſo Reſpect haben, nicht vor uns, aber vor unſerem Gelde!

Die würdige und wohlbehäbige Madame Witte war ſo eben mit dem Abſtäuben und Reinigen ihres Prunkgemaches fertig und überflog noch einmal mit einem Kennerblick das ganze Zimmer. Dann lächelte ſie zufrieden und geſtand ſich, daß nichts mehr zu wünſchen übrig ſei. Die Spiegel und Fenſterſcheiben waren von durchſichtiger Klarheit, der parquetirte Fuß⸗ boden glänzte wie eine braune Eisbahn, kein Stäub⸗ chen lag auf den ſeidenen Meubles, den blankpolirten Tiſchen, den koſtbaren Nippes, die hier und da auf klei⸗ nen Marmortiſchchen nnd Conſolen ſtanden. Es war ein untadelhaftes Zimmer, und ſelbſt eine reinliche Holländerin durfte mit der Reinlichkeit deſſelben zu⸗ frieden ſein. Faſt fühlte ſich Madame Witte betrübt darüber, und der Seufzer, mit welchem ſie das Zim⸗ mer verließ und die Thür hinter ſich ſchloß, ward ihr nicht von dem Gefühl des Behagens, ſondern von dem Gefühl des Bedauerns entriſſen. Sie mußte nun die nächſten Tage ihrer Lieblingsbeſchäftigung entſagen, es gab nichts mehr abzuſtäuben und zu putzen in ihrem

*) Der König hielt Wort. Niemals konnte der Jude Abramſon, welcher nachher voll Entſetzen erfuhr, daß es der König geweſen, den er ſo ungebührlich abgewieſen, ſeine Verzeihung erhalten. Rie⸗ mals erlaubte der König, daß dieſer Mann zu denen gerechnet ward, mit denen das preußiſche Gouvernement in Holland negociirte, mochte dies nun in Bank⸗ oder in Handelsgeſchäften ſein; und

Herr Abramſan ward alſo bitter geſtraft für ſeine Unziemlichkeiten. (Thiébault, Vol. I. p. 216.) 1 4