Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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talons, ihm gegenüber ſtand, und ſich nachläſſig auf ſeinen Stiefelabſätzen wiegte. Dann aber nahm ſein Antlitz wieder ſeinen heiteren Ausdruck an, und mit vollkommener Gelaſſenheit ſagte er: mein Herr, wir haben zu wünſchen, daß Sie uns Ihre Gallerie zeigen.

Der Ton, mit welchem er ſo ſprach, war aller⸗ dings weniger bittend, als gebieteriſch, und reizte daher den leicht erregbaren Zorn des ſtolzen Parvenu.

Mein Herr, ſagte er, ich habe eine Gallerie von Kunſtſchätzen zu meinem Vergnügen angelegt, und ſie mit meinem eigenen Gelde bezahlt. Ich bin auch gern bereit, ſie denen zu zeigen, welche nicht Geld genug haben, um dergleichen Kunſtſchätze zu kaufen, und habe um die Neugierde der Fremden zu ſättigen, einen Tag jeder Woche feſtgeſetzt, wo ich meine Gallerie ihnen öffne. Aber es fällt mir gar nicht ein, mich wegen zweier kleinen unbekannten Muſici zu incom⸗ modiren.*).

Das heißt, Sie wollen uns Ihr Muſeum nicht zeigen? fragte der König lächelnd, indem er leiſe ſeine Hand auf Balby's Arm legte, gleichſam um ihn zu feſſeln, und ihn am Ausbruch ſeines Zorns zu hindern.

Das heißt, mein Muſeum iſt heute geſchloſſen, und—

Eben rollte mit heftigem Donner ein Wagen vor das Haus, die äußere Thür der Vorhalle ward haſtig aufgeriſſen, ein reich gallonirter Livréediener trat her⸗ ein, und indem er gerade auf Herrn Abramſon zu⸗ ſchritt, ſagte er: der Lord Middleſtone aus London bittet um die Ehre, Ihre Gallerie ſehen zu dürfen.

*) Die eigenen Worte des Banquiers. Siehe Thiébault, Vol. I., p. 217.