Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Es iſt hente nicht der Tag, ſagte der goldblitzende Diener, mit verächtlichem Achſelzucken die beiden Fremden muſternd.

Nicht der Tag, was für ein Tag nicht? fragte der König barſch.

Nicht der Tag, wo die Gallerie für Jedermann geöffnet iſt. Sie müſſen bis zum nächſten Dienſtag warten.

Unmöglich! Wir reiſen morgen ab. Gehen Sie zu Ihrem Herrn und ſagen Sie ihm, zwei Fremde einſchreiſen Gallerie zu ſehen und bitten, daß er ſie ihnen öffnen möge.

Es lag ſo etwas Stolzes und Unwiderſtehliches in der Art des Fremden, daß der Diener, faſt verwun⸗ dert über ſeine eigene Nachgiebigkeit, doch nicht wagte ihm zu widerſprechen, ſondern ging, um ſeinen Herrn zu benachrichtigen. 4

Nach einigen Minuten kehrte er zurück, um den Fremden anzukündigen, daß Herr Abramſon ſelbſt kom⸗ men würde, die Fremden zu ſprechen.

Gleich darauf öffnete ſich die Thür und Herr Abramſon trat in die Vorhalle. Sein Geſicht, welches Anfangs freundlich und lächelnd geweſen, verfinſterte ſich indeſſen, als ſeine ſchwarzen, funkelnden Augen dieſer beiden Fremden anſichtig wurde, welche da in der Mitte der Vorhalle ſtanden.

Sie haben verlangt mich zu ſprechen? ſagte er in dem hochfahrenden Ton, den die reichgewordenen Ju⸗ den oft anzunehmen pflegen. Was haben Sie zu wünſchen von mir? 3

Des Königs heitere Stirn verfinſterte ſich ein wenig, und ein zorniger Blick ſeines Auges traf den über⸗ müthigen Geldmann, der mit ſtolz zurückgelehntem Haupt, die beiden Hände in den Taſchen ſeiner Pan⸗