Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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ging mit ihm wieder auf die Wanderung nach käuf⸗ lichen Gemälden und Kunſtſchätzen, welche der König für ſeine Gallerie in Sansſouci und Berlin erwerben wollte.— Man kam ihnen überall mit der zuvorkom⸗ mendſten Freudlichkeit, der reſpectvollſten Höflichkeit entgegen, denn man wußte, daß ſie nicht als müßige Beſchauer, ſondern als Käufer kamen, und daß man da nicht leere Kunſtenthuſiaſten, ſondern gefüllte Börſen zu begrüßen habe.

Der König begriff ſehr wohl dieſe kriechende Höf⸗ lichkeit der Kunſthändler und Antiquare, und als ſie jetzt das Haus des letzten reichen Handelsmannes ver⸗ ließen, ſagte er aufathmend: ich freue mich, daß das vorüber iſt! Die Grobheiten des Poſthalters in Grave waren mir lieber, als die Höflichkeiten dieſer Leute. Jener betrachtete doch wenigſtens meine Phyſiognomie, mein eigenes Ich, das ihm als das eines Verbrechers erſchien, dieſe Menſchen ſehen nicht mich, ſondern nur meine Börſe, und das iſt widerlich. Es giebt nur einen Potentaten auf Erben, deſſen Macht unerſchüt⸗ terlich iſt, und deſſen Herrlichkeit niemals angezweifelt werden kann, dieſer Potentat, das iſt das Geld, aber vraiment, der kann ſich nicht von Gottes Gnaden nen⸗ nen. Komm, Balby, wir haben jetzt genug Bilder ge⸗ kauft, jetzt wollen wir nur noch Bilder ſehen und uns der Kunſt ohne Egoismus freuen. Der reiche Banquier Abramſon ſoll eine ſchöne Sammlung von Gemälden beſitzen, die wollen wir jetzt noch beſehen, und dann geht's zum Eincaſſiren des Wechſels.

Das ſchöne, glänzende Haus des Banquier Abram ſon war bald gefunden; die beiden Brüder Zollern traten keck und zuverſichtlich in die Vorhalle ein, und forderten von dem dort befindlichen, reich gallonirten Livrsebedienten, ſie in die Gallerie zu führen.