Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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glauben, daß Sie im Stande ſind, theure Sachen zu bezahlen. Das ſagte ich Ihrem Bruder, und ich hätte noch hinzufügen können, daß es mir wahrhaft leid thut, Sie in meinem Gaſthof zu ſehen. Nicht wegen Ihrer Perſonen, im Gegentheil, Sie ſcheinen mir Beide ganz gemüthliche und beſcheidene Leute zu ſein, aber wegen Ihrer Börfe, welche wahrſcheinlich die Rechnungen erſter Hotels noch niemals kennen gelernt hat, und ſich ein wenig verwundern wird, wenn Sie von hier abreiſen. Aber Ihr Brnder verſicherte mir, als ich ihm meine Bedenken mittheilte, daß Sie ſehr wohl im Stande wären, meine theure Paſtete zu be⸗ zahlen, und daß Sie viel Geld einnähmen, denn Sie wären ein großer Virtuoſe, und gäben Conzerte, zu denen die Billets zu hohen Preiſen verkauft würden. Nun will ich mich überzeugen ob er Recht hat, und ob Sie wirklich ein großer Muſikant ſind, der ſich etwas verdienen kann. Pfeifen Sie mir alſo etwas vor, und dann werde ich mich entſcheiden, ob Sie die Paſtete haben können.

Der König hatte ihr mit heiterem Lächeln zuge⸗ hört, und gab jetzt Balby einen bedeutungsvollen Wink. Bringe mir die Flöte, lieber Bruder, ſagte er, ich will verſuchen, die Frau van der Blaken zu über⸗ zeugen, daß ich wirklich ein Virtuoſe bin, welcher Geld verdienen kann.

Hören wir alſo, ſagte Frau von der Blaken, in⸗ dem ſie ſich ganz behaglich auf das Canapee ſetzte, von welchem der König eben aufgeſtanden war.

Der König nahm die Flöte und machte mit un⸗

erſchütterlichem Ernſt vor der Frau Gaſtwirthin eine tiefe Verbeugung. Dann ſetzte er die Flöte an den Mund und begann zu ſpielen. Aber nicht in ſeiner gewohnten, meiſterhaften Weiſe, nicht mit dieſem ſee⸗