Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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um ſeine Verzeihung für dieſe Ungebührlichkeit an⸗ zuflehen.

Der König achtete nicht darauf; ſeine großen blauen Augen waren nur auf dieſe Frau gerichtet, welche mit ſtolzem, lächelndem Antlitz auf ihn zuſchritt und ihm mit holländiſcher Gemüthlichkeit ihre breite derbe Hand zum Gruß darreichte.

Mein Herr, ſagte ſie in ihrer raſchen, entſchloſſenen Weiſe, ich komme ſelbſt, um mich zu überzeugen, ob das, was mir Ihr Bruder von Ihnen geſagt hat, wahr iſt.

Nun, Madame, was hat Ihnen mein Bruder von mir geſagt? fragte Friedrich mit einem heiteren gütigen Lächeln.

Er hat mir geſagt, daß Sie ſo wundervoll pfeifen können, daß Alles nach Ihrer Pfeife tanzen müßte.

Flöte, Madame, ich habe Flöte geſagt, rief Balby entſetzt.

Nun, Flöte oder Pfeife, das iſt daſſelbe, ſagte Frau van der Blaken vornehm. Seien Sie ſo gut, mein Herr, und pfeifen Sie mir etwas vor, ich werde mich dann entſcheiden über die Paſtete.

Der König ſah Balby mit erſtaunten und fragen⸗ den Blicken an. Willſt Du die Güte haben, mein Bruder, ſagte er, mir zu erklären, wovon Madame redet und was ſie von mir verlangt?

Erlauben Sie, daß ich Ihnen darüber ſelbſt Aus⸗ kunft gebe, ſagte die Wirthin. Dieſer Herr kommt zu mir und fordert im Namen ſeines Bruders von mir eine Paſtete, die den Ruhm und den Glanz meines Hauſes gemacht hat. Ich habe allerdings eine ſolche vorräthig, aber ich wollte ſie Ihrem Bruder nicht geben. Wiſſen Sie warum? Weil meine Paſtete ſehr theuer iſt, und ich durchaus nicht Urſache habe zu