Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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anzuſtaunen. Mein Bruder iſt ein Virtuos auf der Flöte, und ich verſichere Sie, Madame, er weiß ſie ſo wundervoll zu ſpielen, daß alle Leute nach ſeiner Flöte tanzen müſſen. Er nimmt daher ſehr viel Geld ein mit ſeiner Flöte, und wenn er hier ein Conzert giebt, ſo werden Sie ſehen, daß alle vornehmen Leute mit Freuden kommen werden, um den berühmten Virtuoſen

Friedrich Zollern ſpielen zu hören. Sie können ihm alſo ohne Gefahr Ihre Paſtete geben, denn er iſt wohl

im Stande, ſie zu bezahlen.

Frau van der Blaken erhob ſich, ohne ein Wort zu ſagen, von ihrem Canapee und näherte ſich der Thür.

Kommen Sie, mein Herr, ſagte ſie dann, kommen Sie zu Ihrem Bruder!

Und ohne eine Antwort abzuwarten, ſchritt ſie hin⸗ aus und über den Corridor hin, an deſſen Ende ſich die Thür zu den Zimmern des„Virtuoſen“ befand. Sie klopfte leicht an wollte dann ſogleich öfinen. Balby hielt entſetzt ihre Hand zurück.

Madame, ſagte er, erlauben Sie, daß ich erſt hineingehe und um Erlaubniß frage, ob Sie eintreten dürfen.

Er wollte ſie ſanft von der Thür zurückdrängen, aber die Gaſtwirthin vom ſchwarzen Raben war nicht eine Frau, welche ſich zurückdrängen ließ.

Um Erlaubniß fragen, ob ich eintreten darf! wieder⸗ holte ſie achſelzuckend. Ich werde wohl dieſe Erlaub⸗ niß in meinem Hauſe haben!

Und mit entſchloſſener Hand klopfte ſie noch einmal an die Thür, welche ſie dann ſogleich auch öffnete und zu dem Virtuoſen eintrat; gefolgt von Balby, der mit ſtummem Geberdeſpiel ſich beſtrebte den König

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