Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Hauſe, und wenn Sie Abends Beide heimkehren, ſo verlangen Sie nichts weiter, als eine Taſſe Thee und einige Butterſchnitte. Mein Herr, das iſt nicht die Art, wie vornehme und reiche Leute zu reiſen pflegen, und ich habe daher wohl ein Recht zu fragen, ob ſie meine Paſtete bezahlen können, denn ich weiß noch nicht einmal, wer und was Sie ſind, und was Ihr Bruder, der meine Paſtete verlangt, eigentlich in der Welt vorſtellt.

Oh, ſagte Balby, den der Eifer der Gaſtwirthin beluſtigte, oh, mein Bruder ſtellt ſehr viel in der Welt vor, und ich verſichere Sie, Madame, daß er ein Mann iſt, deſſen Ruhm in ganz Deutſchland wie⸗ derhallt.

Bah, Herr Zollern! ſagte die Wirthin achſelzuckend. Für uns hier ein ganz unbekannter Name. Was iſt denn Ihr Bruder, und wodurch iſt er berühmt ge⸗ worden?

Durch ſeine Flöte, erwiederte Balby vollkommen ernſthaft.—

Frau van der Blaken fuhr empor und ſah Balby mit einem zornigen Blick an. Sie erlauben ſich, mit mir Spaß zu treiben? ſagte ſie in drohendem Ton.

Nicht im Mindeſten, Madame. Ich ſagte Ihnen die ernſthafte Wahrheit. Mein Bruder iſt ein berühmter Virtuos.

Ein Virtuos, wiederholte die Holländerin kopfſchüt⸗ telnd. Das iſt ein Wort, welches ich nicht verſtehe. Was iſt ein Virtuos?

Ein Virtuos, Madame, iſt ein Künſtler, welcher Muſik macht, und zwar eine Muſik, wie ſie außer ihm Niemand machen kann. Deshalb giebt er denn Con⸗

zerte und verkauft ſeine Billets zu hohen Preiſen, und

die Leute ſtrömen herbei, ſeine Muſik zu hören nnd 13.