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zu Mittag zu eſſen. Beruhigen Sie ſich aber, Mon⸗ ſieur, ich bin durchaus nicht beleidigt, ſondern, indem ich Sie anſehe, begreife ich vollkommen, weshalb Sie nicht bei mir zu Mittag gegeſſen, ſondern es vorge⸗ zogen haben, ſich anderswo Ihr beſcheidenes Mal zu ſuchen. Die Table d'Hôte im ſchwarzen Raben iſt allerdings die theuerſte in ganz Amſterdam, und nur vornehme oder reiche Leute ſetzen ihre Füße unter meinen Tiſch und eſſen von meinen Tellern.
Und indem ſie ſo ſprach, ließ ſie ihre verächtlichen und prüfenden Blicke über Balby hingleiten, welcher es indeß gar nicht zu beachten, und ihre höhniſchen Worte nicht zu verſtehen ſchien.
Madame, ſagte er, ich erlaube mir zu bemerken, daß wir heute noch gar nicht zu Mittag gegeſſen haben. Mein Bruder, deſſen Willen ich gewohnt bin in allen Dingen zu folgen, mein Bruder liebt es nicht an Table d'Hote zu ſpeiſen, ſondern zieht es vor, ſein Mahl in ſeinem Zimmer einzunehmen, wo man mit mehr Behaglichkeit und Stille ſich dem Genuß Ihrer köſtlichen Speiſen wird hingeben können. Er iſt es, der mich zu Ihnen ſendet, Madame. Man hat ihm überall von der wundervollen Rebhühnerpaſtete er⸗ zählt, welche Sie, Madame, anzufertigen verſtehen, und ich ſoll Sie alſo in ſeinem Namen erſuchen, ihm zu ſeinem heutigen Diner gefälligſt eine ſolche anzu⸗ fertigen.
Frau van der Blaken lachte laut auf. Wirklich, ſagte ſie, Ihr Herr Bruder hat keinen üblen Einfall. Allerdings, meine Rebhünerpaſtete iſt in ganz Holland berühmt, und ich habe gewöhnlich eine Paſtete vor⸗ räthig, wenn irgend ein vornehmer und reicher Gaſt eine ſolche begehren wollte. Aber dieſe Paſtete iſt nicht für Jedermann. 3
Mühlbach, Friedr. d. Gr. ꝛc. I. 13


