Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 191—

ihnen den ſchwarzen Raben nannte, geriethen ſie in eine wahre Extaſe, wegen der Rebhühnerpaſtete der Frau van der Blaken. Sie erzählten mir, daß dieſe Dame durch ihre Paſtete, deren Recept Niemand kenne, und die ſie immer ganz allein und bei verſchloſſenen Thüren anfertige, in ganz Holland berühmt geworden, daß man ihr Portrait an den Schaufenſtern aller Bilderläden ausgehangen habe, und daß der Statt⸗ halter faſt alle Monate einmal im Gaſthof zum ſchwar⸗ zen Raben ſpeiſe, bloß dieſer Paſtete zu Gefallen, und weil die Frau van der Blaken weder durch Befehle und Drohungen, noch durch Bitten und Geſchenke ſich habe bewegen laſſen das Recept zu geben, oder auf's Schloß zu kommen und dort ſelber die Paſtete anzu⸗ fertigen. Sie ſagt, dieſe Paſtete ſei das ſchönſte Be⸗ ſitzthum des ſchwarzen Raben, und wer des Glückes, ſie zu genießen, theilhaftig werden wolle, müſſe eben in den ſchwarzen Raben kommen und ſie an ihrer Tafel verſpeiſen.

Balby, Balby, eile Dich, und laß uns dieſe Paſtete haben! rief der König eifrig. Ah, welch' ein Glück für uns, daß wir im ſchwarzen Raben wohnen! Eile Dich alſo, ſage ich, eile, fliege zur erhabenen Frau van der Blaken!—

Und Balby eilte lachend von dannen, die Frau van der Blaken aufzuſuchen und ſich bei ihr melden zu laſſen.

Frau van der Blaken empfing ihn in ihrem Bou⸗ doir, in welches ſie ſich eben zurückgezogen hatte, um ein wenig auszuruhen von der Arbeit des Tages, welche für ſie indeſſen immer ein Sieg und eine Ver⸗ mehrung ihres Ruhmes war, denn Niemand in Am⸗ ſterdam konnte ſich rühmen, eine beſſere Tafel zu füh⸗ ren und ſchönere Gerichte anzufertigen, als die Be⸗